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Von der Idee zum vollen Redaktionsplan – warum Multichannel eigentlich gar nicht so wild ist

Multichannel klingt nach viel Aufwand – ist es aber nicht. Lern, wie du aus einer einzigen Idee einen vollen Redaktionsplan machst und dabei sogar noch eine Content-Bibliothek aufbaust.
Von der Idee zum vollen Redaktionsplan – warum Multichannel eigentlich gar nicht so wild ist
CoBo hat einen bunten Multichannel-Blumenstrauß für dich!

Okay, ich muss kurz ehrlich mit dir sein: Als ich das erste Mal das Wort „Multichannel-Strategie" gehört habe, hab ich innerlich kurz die Augen verdreht.

Klingt nach Agentur-Bingo. Nach stundenlanges Brainstorming in einem Meetingraum mit Post-its an der Wand und einem Whiteboard voller Pfeile, die irgendwie alle auf „mehr Content" zeigen.

Und gleichzeitig stimmt es halt. Mehrere Kanäle bespielen, regelmäßig, konsistent, plattformgerecht – das ist heute einfach das, was funktioniert.

Aber wie soll das gehen, wenn du nicht hauptberuflich Creatorin bist? Wenn du nebenbei noch einen Job hast, vielleicht Kinder, ein Leben, das nicht ausschließlich aus Contentp­roduktion besteht?

Ich sag dir: Es sieht größer aus, als es ist. Und ich erkläre dir jetzt genau, warum.


🔍 Inhaltsverzeichnis

  1. Erst mal durchatmen. Multichannel ist kein Monster.
  2. Deine Suppe braucht ein Thema. Nur eins.
  3. Und jetzt schöpfst du.
  4. Von der Idee zur Content-Maschine und zwar einer, die nicht brennt
  5. Die Content-Bibliothek: dein stiller Assistent
  6. Okay, aber wie sieht das jetzt praktisch aus?
  7. Was das für dich bedeutet, wenn du nicht hauptberuflich Creator*in bist
  8. Das Wichtigste zum Schluss: Fang an.

Erst mal durchatmen. Multichannel ist kein Monster.

Lass mich mit einem Bild starten, das mir wirklich geholfen hat, das Ganze zu entstressifizieren: Stell dir eine Suppenküche vor. 😄

Du stehst hinter dem Tresen. Vor dir stehen hungrige Menschen.
Das sind deine Kanäle: Instagram, LinkedIn, dein Blog, vielleicht noch ein Podcast oder ein Newsletter. Alle wollen was. Alle warten. Und du? Du hast einen riesigen Kessel voll Suppe auf dem Herd.

Die Suppe ist dein Content.

Jetzt ist der Trick aber nicht, für jeden Kanal eine eigene Suppe zu kochen. Das wäre tatsächlich verrückt und würde dich innerhalb von zwei Wochen ausbrennen. Der Trick ist zu wissen, was du schon hast.
Also: was ist in deinem Kessel und wie kannst du das am geschicktesten verteilen?

Du schöpfst die Suppe in Schüsseln. Manche kriegen eine große Portion, manche eine kleinere. Manche mögen lieber klare Brühe, andere lieben das dichte Gemüse. Aber die Basis? Die ist für alle gleich. Das Thema bleibt dasselbe. Du machst es nur konsumierbar für die jeweilige Plattform.

Das klingt simpel – und ja, so simpel ist es auch. Mehr nicht.


Deine Suppe braucht ein Thema. Nur eins.

Bevor du irgendwas verteilst, brauchst du natürlich erstmal den Kessel. Und der fängt immer mit einem Oberthema an.

Nehmen wir ein konkretes Beispiel, damit ich nicht in diesem abstrakten Bild versacke: Sagen wir, du willst über Taubenfütterung sprechen. Ja, ich weiß. Klingt nischig. Ist es auch. Und genau deshalb ist es perfekt.

Vielleicht bist du an einem Stadtpark aufgewachsen und hast dein ganzes Leben lang beobachtet, wie Menschen Tauben füttern und wie andere Menschen darüber die Augen verdrehen. Vielleicht interessierst du dich für Stadtökologie, für Tierwohl, für die kleinen Kontroversen des Alltags, die eigentlich viel mehr über uns als Gesellschaft aussagen als die großen Schlagzeilen.
Whatever. Du hast ein Thema. Du hast eine Meinung dazu und du hast das nötige Wissen.

Das ist deine Suppe.

Jetzt schreibst du erstmal alles raus, was du weißt. Wirklich alles. Ein langer Blogartikel, eine ausführlichee Podcastepisode, ein Deep-Dive – irgendein Format, das dir Raum gibt, das Thema vollständig auszurollen. Kein Schnickschnack, keine künstlichen Limits. Einfach: Was weißt du über Taubenfütterung?


Und jetzt schöpfst du.

Jetzt kommt der eigentlich spannende Teil. Du guckst in deinen fertigen Kessel und fragst dich: Welche Portionen stecken da drin?

Zum Thema Taubenfütterung könntest du zum Beispiel rausschälen:

1. Welches Futter ist eigentlich gut für Tauben? Das ist eine klassische „How-to"-Frage. Menschen googlen das. Menschen schauen das auf YouTube. Ein kurzer Reel mit den Top 3 Futtermitteln? Funktioniert. Ein Karussell-Post auf Instagram mit Dos and Don'ts? Auch super.

2. Was sagt das Gesetz zur Fütterung im öffentlichen Raum? Ja, das ist tatsächlich ein Thema! In vielen Städten ist das reguliert oder sogar verboten. Das ist Content für LinkedIn oder für einen ausführlicheren Blogpost. Und es überrascht Leute – überraschende Infos performen gut.

3. Warum sollte man füttern? Das ist dein Argument-Content. Der emotionale Aufhänger. Die Geschichte, warum dieses Thema überhaupt wichtig ist.

4. Warum sollte man es lieber lassen? Die Gegenseite. Wer Scheuklappen-Content hasst, liebt ausgewogene Creator*innen. Zeig, dass du das Thema wirklich durchdacht hast. Oder nutze es als Twist am Ende!

5. Wie bist du überhaupt zu diesem Thema gekommen? Das ist dein persönlichster Piece. Deine Geschichte. Und persönliche Geschichten funktionieren auf fast jeder Plattform unglaublich gut – vor allem auf Instagram und in Newslettern.

6. Was verändert sich durch die Fütterung in einem Ökosystem? Jetzt wird's bildungsmäßig interessant. Das könnte ein Infografik-Post sein, ein erklärender Thread auf LinkedIn oder ein Shortvideo, das einen kleinen Wow-Moment liefert.

7. Warum ist das Thema so kontrovers? Das ist dein Meinungs-Content. Der, der Diskussionen auslöst. Der, bei dem die Leute in die Kommentare gehen.

Siehst du, was gerade passiert ist? Aus einem einzigen Thema, das du eh schon im Kopf hattest, sind sieben verschiedene Contentideen entstanden. Sieben Suppenschüsseln, alle aus demselben Kessel.


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Von der Idee zur Content-Maschine und zwar einer, die nicht brennt

Stell dir vor, du nimmst dir jeden Monat ein solches Oberthema vor. Dann hast du allein aus diesem einen Thema Material für sieben Posts und das auf verschiedenen Plattformen, in verschiedenen Formaten.

Jetzt stell dir noch vor, dass du diese Pieces nach zwei, drei Monaten einfach nochmal rausholst und neu aufbereitest. Nicht eins zu eins kopiert, aber das gleiche Thema mit einem neuen Einstieg, einem aktuellen Aufhänger, einem anderen Format. Vielleicht als Story-Highlight. Vielleicht als Newsletter-Intro. Vielleicht als Zitat-Grafik.

Das nennt sich Content-Recycling, und nein, das ist keine faule Abkürzung. Das ist das Smarteste, was du tun kannst.

Warum? Weil dein Content nicht von allen gesehen wird. Weil Algorithmen launisch sind. Weil Menschen vergessen. Weil ein Thema, das vor drei Monaten relevant war, immer noch relevant ist – du präsentierst es nur für Menschen, die es beim ersten Mal nicht gesehen haben.

Und weil du dir damit gleichzeitig etwas aufbaust, das sich Content-Bibliothek nennt.


Die Content-Bibliothek: dein stiller Assistent

Ich liebe das Konzept der Content-Bibliothek, weil es dem ganzen Chaos ein System gibt.

Stell dir vor: Du hast über die letzten Monate hinweg zu verschiedenen Themen geschrieben, geredet, gepostet. Alles dokumentiert, alles geordnet. Und wenn du jetzt mal keinen Plan hast, kein neues Thema findest, erschöpft bist oder einfach keine Zeit hattest, groß zu recherchieren – greifst du in die Bibliothek.

Da ist der Artikel über Taubenfütterung. Der hat damals gut funktioniert. Du nimmst die Kernaussage, packst sie in einen neuen Hook, postest ihn als Karussell auf Instagram. Fertig.

Das ist kein Cheat. Das ist Effizienz.

Und der besondere Clou dabei: Wenn du konsequent auf Evergreen-Content setzt – also auf Inhalte, die nicht an ein bestimmtes Datum oder Ereignis gebunden sind, sondern immer relevant bleiben – dann wächst deine Bibliothek mit der Zeit zu einem echten Asset.

Evergreen-Content ist zum Beispiel:

  • Anleitungen und How-tos
  • Definitionen und Erklärungen
  • Kontroverse Fragen, die seit Jahren diskutiert werden
  • Persönliche Geschichten, die zeitlose Lektionen vermitteln
  • Wissenschaftlich belegte Fakten, die sich nicht von heute auf morgen ändern

Das Gegenteil davon ist Trend-Content – kurzlebig, schnell vergessen, viel Aufwand für wenig Langzeitwirkung. Kannst du machen, aber bau deine Basis nicht darauf.


Okay, aber wie sieht das jetzt praktisch aus?

Lass uns das mal in eine Struktur gießen, die du wirklich nutzen kannst.

Schritt 1: Wähle dein Monatsthema.

Ein Thema. Nicht fünf. Eines. Was beschäftigt dich gerade? Worüber könntest du auf Anhieb 30 Minuten reden? Was fragst du dich selbst, oder was fragen dich andere immer wieder?

Das ist deine Suppe.

Schritt 2: Mach den Brain-Dump.

Schreib alles auf, was du zu diesem Thema weißt. Ungefiltert, unkuratiert, einfach raus damit. Stichpunkte, Fragen, Gegenargumente, Geschichten, Fakten, Meinungen. Alles.

Dann schau, was sich zu einem längeren Content-Piece eignet – also zum Hauptinhalt, der alles andere trägt. Blogartikel, Podcast, YouTube-Video. Was auch immer dein Format ist.

Schritt 3: Identifiziere deine Portionen.

Geh durch deinen Brain-Dump und frag dich: Was wäre ein eigenständiger Post? Was ist eine Frage, die ich allein stellen kann? Welcher Aspekt überrascht? Welcher Aspekt macht Lust auf Diskussion?

Schreib dir 5–7 Teile raus. Für jedes notierst du: Thema, Winkel, Plattform, Format.

Schritt 4: Verteile auf Kanäle und Termine.

Jetzt wird's zum echten Redaktionsplan. Nimm dir einen Kalender und verteile die Pieces auf die Wochen des Monats. Welcher Post geht wann, auf welchem Kanal, in welchem Format?

Denk dabei an die Eigenheiten der Plattformen:

  • Instagram liebt visuell aufbereitete Infos, kurze Captions mit Persönlichkeit oder lange mit Tiefe
  • LinkedIn schätzt professionellen Kontext, aber echte Stories werden auch hier geliebt
  • Blogs brauchen Tiefe, Struktur, SEO-Bewusstsein
  • Newsletter sind intim – hier darfst du am ehrlichsten sein
  • TikTok und Reels wollen Unterhaltung, Tempo, eine gute Hook in den ersten zwei Sekunden

Du musst nicht alle Kanäle bespielen. Wähle die, auf denen deine Zielgruppe ist und die, die dir nicht die Seele rauben.

Schritt 5: Wiederholen und Recyceln.

Nach 2–3 Monaten: Welche Pieces haben funktioniert? Welche Fragen kamen dazu? Was kannst du vertiefen, neu aufbereiten, in einem anderen Format neu erzählen?

Das ist keine Endlosschleife alten Themen – das ist der natürliche Rhythmus von gutem Content.


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Was das für dich bedeutet, wenn du nicht hauptberuflich Creator*in bist

Ich sag es nochmal, weil ich es nicht oft genug sagen kann: Du musst das nicht in Vollzeit machen, um es gut zu machen.

Content-Marketing für nicht-hauptberufliche Creator*innen ist kein Wettbewerb in Stückzahlen. Es geht nicht darum, täglich zu posten. Es geht darum, konsistent zu sein und Konsistenz sieht für jede Person anders aus.

Für manche heißt das: zwei Posts pro Woche. Für andere: einen Blogartikel und vier Social Posts pro Monat. Was auch immer in dein Leben passt, ohne dass du dich dabei fühlst, als würdest du ständig einer Deadline hinterherjagen.

Das System, das ich dir hier gerade beschrieben habe, ist extra so gebaut, dass es skalierbar ist. Du kannst klein starten. Du kannst langsam wachsen. Und du baust dabei trotzdem etwas auf – eine Bibliothek, eine Präsenz, eine Stimme.

Weil du nicht jede Woche von null anfängst. Weil du dein Wissen einmal tief aufschreibst und dann immer wieder anders verteilst. Weil du die Suppe nur einmal kochst.


Das Wichtigste zum Schluss: Fang an.

Wirklich. Fang an.

Die perfekte Content-Strategie gibt es nicht. Den perfekten Redaktionsplan gibt es nicht. Was es gibt, ist der Plan, den du tatsächlich umsetzt und auch wenn er holprig ist, auch wenn du ihn nach zwei Wochen nochmal anpasst, auch wenn du zwischendurch einen Kanal weglässt, weil er sich falsch anfühlt.

Was ich an dem Suppenküchen-Bild so mag, ist, dass es diese Arbeit menschlich macht. Du bist keine Contentmaschine. Du bist jemand, der etwas weiß, etwas zu sagen hat und das gerne mit Menschen teilt, die zuhören wollen. Und diese Menschen sind da – auf den verschiedensten Kanälen, mit unterschiedlichen Essgewohnheiten. Du musst nur anfangen, die Schüssel zu reichen.

Und Multichannel? Ist plötzlich gar nicht mehr so überwältigend.


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