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Wie werde ich sichtbar als Coach ohne täglich zu posten?

Sichtbarkeit ohne tägliches Posten – geht das wirklich? Ja. Und hier erkläre ich dir, warum du dich gerade auf die völlig falschen Zahlen konzentrierst und was wirklich zählt.
Wie werde ich sichtbar als Coach ohne täglich zu posten?
CoBo bringt deine Business-PS auf die Piste!

Das ist eines der spannendsten Themen überhaupt. Und gleichzeitig das, über das am meisten Unsinn erzählt wird.

Ich möchte heute mit dir über Sichtbarkeit reden und zwar so, dass du diesen Artikel mit einem Gefühl der Erleichterung verlässt und nicht mit dem Drang, sofort zwanzig neue Posts zu produzieren.

Denn mal ehrlich: Wenn du gerade das Gefühl hast, du machst zu wenig, du postest zu selten, und du setzt damit dein Business in den Sand – dann ist dieser Artikel genau für dich.

Und ich sage dir: Du setzt dein Business nicht in den Sand. Versprochen.

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🔎 Inhaltsverzeichnis

  1. Erstmal kurz die Luft rauslassen
  2. Das View-Problem: Warum hohe Zahlen dich in die Irre führen
  3. Warum Sichtbarkeit heute so viel schwerer ist als früher
  4. Die Lösung heißt nicht „täglich posten"
  5. Wie oft muss ich eigentlich posten?
  6. Warum Multichannel die Handbremse löst
  7. Aber wie soll das mit wenig Zeit gehen?
  8. Die eigentliche Wahrheit über Sichtbarkeit

Erstmal kurz die Luft rauslassen

Wenn du auf meinem Instagram schaust, dann siehst du da eine Menge Beiträge darüber, wie viel ich poste, in welcher wahnsinnig kurzen Zeit ich das alles erstellt habe und wie toll das Multichannel-Leben so ist. Und ja, bei vielen anderen Accounts siehst du genau dasselbe.

Aber – und das ist wichtig – das ist unser Thema. Content und Marketing. Natürlich posten wir darüber. Das ist so, als würdest du einem Bäcker auf Instagram folgen und dich wundern, dass da immer Brot drauf ist.

Was dabei passiert, bewusst oder unbewusst: Es entsteht der Eindruck, dass alle super produktiv sind, täglich unglaublich guten Content posten und du das ohne Kurs XY niemals selbst hinbekommen wirst.

Ich fühle gerade, wie ich meine eigene Branche auseinandernehme. 😆 Aber so ist es nun mal. Alle kochen auch nur mit Wasser. Alle mussten irgendwann über den Cringe Mountain. Alle haben am Anfang Sachen in den Sand gesetzt, sich heillos überarbeitet und erstmal herausfinden müssen, was für sie wirklich funktioniert. Das ist völlig normal. Das wird dir nur keiner sagen, weil es sich nicht so gut verkauft wie „10 Posts in 2 Stunden".

Was ich möchte, dass du heute mitnimmst: Wir konzentrieren uns beim Thema Sichtbarkeit auf die völlig falschen Dinge.


Das View-Problem: Warum hohe Zahlen dich in die Irre führen

Wenn du deinen Content analysieren lässt – von der KI, von einem Tool, von wem auch immer – ist das erste Buzzword, das fällt: Views. Reichweite. Aufrufe. Die magische Zahl, an der angeblich alles hängt. 🙄

Ich hab ein Beispiel direkt aus meinem Feed, das das perfekt illustriert.

Ich hatte ein Reel, das Stand März 2026 auf 3.380 Views gekommen ist. Mit meiner Followerschaft kann man da durchaus von viral sprechen – das ist ungefähr das Zehnfache von dem, was meine Reels normalerweise an Aufmerksamkeit bekommen.

War dieses Reel erfolgreich?

Nein. Überhaupt nicht.

So viele Menschen haben es gesehen, aber nur, weil die Nachbarskatze drin war. Seriously. Die Katze hat gecancelt, was das eigentliche Thema hätte leisten sollen. Es kamen null Profilbesuche, keine neuen Followerinnen, keine Kommentare, keine Nachrichten, einfach nichts was auf mein Business eingezahlt hätte. Die Leute haben geguckt, „aww" gedacht und weitergescrollt.

Und weißt du, was ChatGPT bei einer Content-Analyse dazu gesagt hat? Ich soll mehr davon produzieren, weil es ja so „erfolgreich" war. 😆

Das zeigt sehr gut, wie verblendet wir alle von den falschen Zahlen sind. Nach Algorithmus-Logik war das Reel ein Erfolg. Für mein Business war es komplett nutzlos. Und das ist die einzige Kennzahl, die am Ende zählt. ☝️

Also scheiß auf den Algo. Wir müssen das machen, was auf unser Business einzahlt und nichts anderes.

Warum Sichtbarkeit heute so viel schwerer ist als früher

Früher – und damit meine ich nicht das Jahr 1987, sondern buchstäblich vor ein paar Jahren – war Reichweite im Onlinebusiness deutlich leichter zu erreichen. Weniger Konkurrenz, weniger Content, weniger Lärm.

Heute? Wir alle sind so vollgestopft mit Verkaufscontent auf sämtlichen Plattformen, dass wir ihn aktiv übergehen. Wir blenden ihn aus. Wir empfinden ihn als störend, wenn wir eigentlich nur kurz entspannt durch die Videos scrollen wollen.

Und das ist der erste wichtige Punkt, den ich dir mitgeben möchte:
Die Plattformen werden zum allergrößten Teil privat und zu Unterhaltungszwecken genutzt. Niemand öffnet Instagram mit dem Gedanken „ich bin jetzt aktiv auf der Suche nach einem Coach für mein Problem". Das passiert, aber selten. Und deshalb ist es völlig normal, dass Business-Content schlechter performt als ein Video von jemandem, der seinen Hund beim Schlafen filmt.

Das ist kein Zeichen, dass du es falsch machst. Das ist einfach die Realität der Plattformen. 🫶

Und dazu kommt noch das hier: Früher haben ungefähr 7 Touchpoints gereicht, um eine potenzielle Kundin von deinem Angebot zu überzeugen. Heute sind es 20 bis 50. Fünfzig! Das ist keine Übertreibung, das sind echte Zahlen aus aktuellen Marketingbeobachtungen. https://www.emailtooltester.com/en/blog/how-many-touchpoints-before-a-sale/

Fünfzig Berührungspunkte, bis jemand kauft! 🤯
Das ist auf einer einzigen Plattform fast unmöglich zu schaffen – es sei denn, du hast eine extrem starke und treue Community. Aber bei kalten Leads, bei Menschen, die dich gerade erst kennenlernen? Vergiss es. Extrem schwer.


Die Lösung heißt nicht „täglich posten"

Jetzt könnte man meinen: Okay, wenn ich 50 Touchpoints brauche, dann muss ich halt täglich posten, mehrfach, auf jeder Plattform, am besten rund um die Uhr. 😅

👉 Nein.

Das ist genau das Hamsterrad, aus dem ich dich hier rausholen will. 🤦‍♀️
Täglich posten auf einer Plattform bringt dir diese 50 Touchpoints nicht – weil nicht jede deiner Followerinnen jeden deiner Posts sieht. Der Algorithmus entscheidet, was wann wem gezeigt wird. Du hast darauf weniger Einfluss als du denkst.

Was dir diese 50 Touchpoints bringt? 👉 Mehr Plattformen.

Denk kurz nach: Wie viele Apps nutzt du im Monat? Wie viele Accounts hast du? Wahrscheinlich mindestens zwei, eher mehr. Deine Wunschkundin auch. Sie ist auf Instagram, sie liest vielleicht Blogs, sie ist auf LinkedIn, sie hört Podcasts oder schaut YouTube. Wenn du nur auf einer Plattform bist, erreichst du sie nur einmal.

Wenn du auf drei Plattformen bist, hast du dreimal so viele Chancen, in ihrem Leben aufzutauchen. Dreimal so viele Möglichkeiten, ein Touchpoint zu sein. Und das, ohne dreimal so viel zu arbeiten – weil du denselben Content clever aufbereitest und verteilst.

Sichtbarkeit entsteht nicht durch tägliches Posten auf einer Plattform. Sichtbarkeit entsteht durch das Vervielfachen deiner Message auf mehreren Plattformen.


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Wie oft muss ich eigentlich posten?

Gute Frage. Hier kommt die ehrlichste Antwort, die ich dir geben kann.

3 bis 5 Posts pro Account und Woche reichen völlig aus. Auf keiner Plattform – wirklich auf keiner – ist tägliches Posten nötig, um sichtbar zu sein. Das ist ein Mythos, der von Leuten verbreitet wird, die entweder selbst im Content-Business sind und damit Kurse verkaufen, oder die einfach nicht aufgehört haben, mit 2019er Strategien zu arbeiten.

Und noch etwas, das viele vergessen: Deine Followerinnen sehen nicht 100 Prozent deines Contents. Nicht mal annähernd. Das bedeutet: Du kannst Dinge wiederholen. Du kannst recyclen. Du kannst crossposten. Das ist keine Faulheit – das ist gängige Praxis bei allen ernstzunehmenden Business-Accounts. Die machen das alle so. Die sagen es nur nicht laut.


Warum Multichannel die Handbremse löst

Alles was kein Multichannel ist, ist eine angezogene Handbremse.

Ich sag das so direkt, weil ich wirklich davon überzeugt bin. Du kannst den besten Content der Welt produzieren – wenn du ihn nur auf einer Plattform veröffentlichst, verschenkst du Potenzial. Nicht weil dein Content schlecht ist, sondern weil deine Wunschkunden schlicht nicht alle dort sind.

Und lass dich bitte nicht von den Coaches da draußen blenden, die sagen:
„Eine gut geführte Plattform reicht völlig aus."
Die haben meistens selbst mehrere. Oder sie schalten teure Werbeanzeigen, was denselben Effekt hat – mehr Augen auf dem Business, ergo mehr Touchpoints.

Niemand lebt allein von der organischen Sichtbarkeit einer einzigen Plattform ohne Ads. Das ist ein Märchen, das sich hartnäckig hält, weil es sich so schön simpel verkauft.

Mehr digitale Fußabdrücke bedeuten mehr Sichtbarkeit. Egal ob jemand bei Google sucht oder inzwischen bei ChatGPT fragt: Je mehr du im Netz präsent bist, desto eher wirst du gefunden – von Menschen, die gerade aktiv nach einer Lösung für ihr Problem suchen. Und das sind die besten Leads überhaupt, weil die Arbeit zur Hälfte schon erledigt ist. 🙌


Aber wie soll das mit wenig Zeit gehen?

Hier kommen wir zum entscheidenden Punkt. Denn Multichannel klingt nach mehr Arbeit. Und ja, es ist mehr Arbeit – wenn du es ohne System machst.

Mit System? Sieht das komplett anders aus.

Ich selbst poste 10 bis 15 Beiträge auf drei Plattformen – Blog, Instagram, LinkedIn – und brauche dafür 4 bis 5 Stunden. Pro Woche. Das klingt erstmal nach viel, aber rechne das kurz um: Das sind weniger als eine Stunde täglich. Für drei Plattformen, 10 bis 15 Beiträge.

Das funktioniert nur, weil ich genau weiß, was ich wann, wo und wie poste. Ich fange nicht erst mit der Ideenplanung an, wenn der nächste Contenttag schon vor der Tür steht. Mein Content ist grob für ein Jahr im Voraus geplant – wie das geht, hab ich in diesem Artikel ausführlich erklärt. 👇

Content erstellen ohne viel Zeit als Soloselbstständige
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Der Trick ist nicht, schneller zu arbeiten. Der Trick ist, den Denkaufwand rauszunehmen. Wenn du morgens an deinen Contenttag gehst und schon weißt, worüber du heute schreibst, brauchst du keine kreative Energie für die Ideenfindung. Die ist schon investiert. Du setzt nur noch um.

Multichannel ist nur dann erfolgreich, wenn ein System dahinter steckt.


Die eigentliche Wahrheit über Sichtbarkeit

Ich will das heute noch mit einem letzten Gedanken abschließen.

Sichtbarkeit ist kein Sprint. Es ist kein virales Reel, das alles verändert. Es ist auch kein magischer Algorithmus-Hack, den du noch nicht kennst. Sichtbarkeit ist Ausdauer – das konsequente Erscheinen auf mehreren Kanälen, über einen längeren Zeitraum, mit Inhalten, die deiner Zielgruppe wirklich weiterhelfen.

Das ist unspektakulär. Es macht keinen guten Content für ein motivierendes Reel. Aber es ist die Wahrheit.

Du musst nicht täglich posten. Du musst nicht viral gehen. Du musst nicht auf jeder Plattform gleichzeitig die Lauteste sein. Du musst präsent sein: regelmäßig, strategisch, auf den Plattformen, wo deine Wunschkunde ist und du musst ein System haben, das das ganze ohne Burnout möglich macht.

Und genau dafür brauchst du einen Redaktionsplan, der wirklich funktioniert.


CoBo Lite ist mein kostenloses Notion-Template – der allererste Redaktionsplan, aus dem die ganze Idee für den CoBo-Contentbot entstanden ist.

Er hilft dir, deinen Multichannel-Content strukturiert zu planen, ohne jeden Montag neu bei null anzufangen.

Einmal duplizieren und du kannst direkt loslegen.


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