KI in Content Workflow integrieren ohne Vorkenntnisse
KI ist gerade überall. Und ich weiß, das klingt wie der Einstieg von jedem zweiten Marketing-Artikel, den du in letzter Zeit gelesen hast. Aber ich sag es trotzdem, weil es einfach stimmt – und weil ich finde, dass man das klar aussprechen muss, ohne dabei Panik zu verbreiten.
Wir kommen nicht mehr drumherum. Nicht weil KI so hip ist, sondern weil alle anderen schon damit arbeiten. Deine Konkurrenz, die Agenturen da draußen, die VAs – niemand mehr ohne KI. Und wer nicht mitzieht, arbeitet schlicht langsamer, produziert weniger, ist weniger sichtbar.
Gerade im Marketing und in der Content-Erstellung ist das besonders spürbar. Hier ist der Zeitgewinn am größten, hier ist die Anwendung am direktesten, und hier macht es den Unterschied zwischen „ich sitze drei Stunden an einem Post" und „ich hab heute schon vier Pieces fertig".
Ich kann aber auch vollkommen verstehen, wenn du sagst:
„Ich hab keine Zeit, mich da stundenlang reinzufuchsen. Keine YouTube-Videos, keine Bücher, keine Workshops."
Legitim. Du hast ein Business, Klientinnen, ein Leben. KI-Enthusiastin bist du nicht von Beruf.
Genau deshalb gibt es diesen Artikel. Ich zeige dir, wie du KI in deinen Content-Workflow integrierst – ohne Vorkenntnisse, ohne Studium, ohne dass du dich erstmal drei Wochen einarbeiten musst, bevor du überhaupt anfangen kannst.
Follow on LinkedIn🔍 Inhaltsverzeichnis
- Schritt 1: Die richtige KI aussuchen
- Schritt 2: Der KI sagen, wer du bist
- Schritt 3: Das Prompt-Framework, das wirklich funktioniert
- Was nach dem Prompt kommt
- Und wenn du das alles nicht einzeln machen willst
Schritt 1: Die richtige KI aussuchen
Bevor du irgendetwas anderes tust, musst du eine Entscheidung treffen:
Welches Tool?
Aktuell gibt es zwei, die für Content wirklich relevant sind. Ich erklär dir beide kurz, damit du weißt, worauf du dich einlässt.
ChatGPT ist die bekannteste KI – am zugänglichsten, am weitesten verbreitet, am wenigsten Erklärungsbedarf. Du kannst sie auch ohne Pro Plan gut nutzen, der liegt bei rund 20 Dollar im Monat. Was ChatGPT besonders macht: Sie fühlt sich nicht wie ein Programm an. Chatty ist darauf trainiert, eine echte Verbindung aufzubauen, die Konversation fühlt sich persönlich an – und das mögen die meisten Menschen.
Das Problem: Seit Februar 2026 ist ChatGPT 4.0 abgeschaltet. Und 4.0 war meiner Meinung nach die Version, die wirklich gute Content-Texte geschrieben hat. Die neueren Versionen sind extra darauf ausgelegt zu analysieren, zusammenzufassen und bei wissenschaftlichen Arbeiten zu helfen. Für Blogpost-Recherchen oder Marktanalysen: brilliant. Für Instagram-Captions und Reel-Skripte: leider nicht mehr das, was es mal war.
Claude ist inzwischen meine klare Empfehlung, wenn es um Texte geht. Claude ist gezielt darauf trainiert, schöne, lesbare Texte zu schreiben – Blogposts, Sales Pages, Short-Form-Content für Social Media, Karussells. Der Output klingt menschlicher, weniger glattgebügelt.
Der Nachteil: In der kostenlosen Version stößt du schnell ans Datenlimit. Und auch im Pro Plan – ebenfalls etwa 20 Dollar im Monat – ist die Promptmenge begrenzt. Mitten in einem produktiven Workflow kann das echt nerven.
Also, kurz zusammengefasst: Bessere Texte mit begrenzten Prompts – oder unbegrenzt promten mit mittelmäßigen Texten. Das ist im Moment tatsächlich die Wahl, die du hast. Und welche die bessere ist, hängt davon ab, was du brauchst.
(Und falls du dich fragst, warum ich trotz dieser Einschränkungen nicht einfach sage „nimm ChatGPT" – genau weil mir der Output-Qualität mehr wert ist als ein unbegrenztes Kontingent an Texten, die ich dann eh komplett überarbeiten muss.)
Schritt 2: Der KI sagen, wer du bist
Das ist der Schritt, den die meisten überspringen – und dann wundern sie sich, warum der Output so generisch klingt.
Die KI muss dich kennen. Was du machst, für wen, was du verkaufst, wofür du stehst und – genauso wichtig – wofür du nicht stehst.
Jetzt kommt aber auch ein wichtiger Punkt, den ich hier nicht unter den Tisch fallen lassen möchte: Datenschutz.
ChatGPT, Claude und Co. sind US-amerikanische Unternehmen. Sie unterliegen nicht dem europäischen Datenschutzgesetz. Was du hochlädst, wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit gespeichert. Das bedeutet: Gib ihnen nichts, was du nicht geben möchtest.
Konkret: Keine vollständigen Namen von Klientinnen. Keine E-Mail-Adressen, keine Telefonnummern, keine persönlichen Adressen. Die Daten deiner Kundinnen haben nichts in der KI verloren – es sei denn, du hast ihre ausdrückliche Erlaubnis. Das ist kein optionaler Hinweis, das ist DSGVO.
Kleiner Disclaimer dazu: Das ist meine persönliche Einschätzung als jemand, die täglich mit diesen Tools arbeitet – keine Rechtsberatung. Ich bin keine Anwältin.
Was du der KI geben kannst und solltest: Allgemeine Infos über dich und dein Business. Zum Beispiel als Yogalehrerin:
- Dein Vorname
- Der Name deines Studios oder deines Angebots
- Was du machst und für wen
- Mit wem du arbeitest (Beschreibung der Zielgruppe, keine echten Personen)
- Wofür du nicht stehst, was dein Feindbild ist (zB für Yoga und gegen Pilates)
- Deine Angebotsstruktur
- Deine typischen Call to Actions (CTA) oder Manychat-Keywords
Das reicht. Das ist die Basis, die die KI braucht, um nicht mehr ins Blaue zu schreiben.
Entweder lädst du das als Datei hoch, erstellst ein Projekt in Claude oder baust in ChatGPT ein GPT – je nachdem, welches Tool du nutzt. Einmal einrichten, immer wieder nutzen.
Lies auch:

Schritt 3: Das Prompt-Framework, das wirklich funktioniert
Jetzt kommen wir zu dem Punkt, an dem die meisten scheitern, weil sie die KI wie Google benutzen.
Ich hab das schon so oft gesehen: Jemand tippt „Schreib mir schnell ein Reel zum Thema richtig gießen bei Rosen" – und ist dann unzufrieden, weil der Output generisch, lieblos und null persönlich ist.
Ja. Natürlich. Was rein kommt, kommt raus. Du hast der KI nichts gegeben, also hat sie auch nichts zu arbeiten.
Ein guter Prompt ist kein Einzeiler. Er ist ein kurzes Briefing. Und wenn du das einmal drauf hast, geht es danach schnell – weil du das Schema einfach wiederholst.
Hier ist das Framework, das ich selbst immer benutze:
1. Das Problem benennen
Was ist das Thema, was ist der Schmerzpunkt deiner Zielgruppe, über den du sprechen willst? Nicht das Thema allgemein – sondern konkret, aus der Perspektive deiner Traumkundin. Was fühlt sie gerade? Was macht ihr Probleme?
2. Das Problem einordnen
Warum ist das so? Warum machen das so viele falsch, warum ist es verständlich dass sie diesen Fehler machen, warum ist das Thema gerade relevant? Das ist der Teil, der deinen Content von allgemeinen Infos unterscheidet – deine Perspektive, deine Einordnung.
3. Den nächsten Schritt beschreiben
Was soll die Leserin oder Zuschauerin jetzt tun? Welchen konkreten Mini-Schritt kannst du ihr mitgeben? Das ist der Mehrwert. Nicht die große Lösung für alles – ein kleiner, sofort umsetzbarer Tipp.
4. Den CTA angeben
Sag der KI genau, was am Ende stehen soll. Kommentieren, speichern, folgen? Hast du ein Manychat-Keyword, das eine Automation auslöst? Das Wort muss explizit in deinem Prompt stehen – die KI errät es nicht. Und wenn du eine bestimmte Art hast, deinen CTA zu formulieren, die typisch für dich ist, dann sag ihr das auch.
5. Dos und Don'ts
Was soll auf keinen Fall im Text auftauchen? Welche Wörter magst du nicht? Gibt es Formulierungen, die du aktiv vermeidest? Schreib es rein. „Benutze nicht das Wort ‚transformieren'" ist ein vollkommen legitimer Prompt-Baustein. 😄
Damit das greifbar wird, zeig ich dir das an einem Beispiel. Du bist Heilpraktikerin und willst ein Reel über den Unterschied zwischen Erschöpfung und Burnout machen.
Ein schlechter Prompt: „Schreib ein Reel über Burnout."
Ein guter Prompt: „Ich möchte ein Reel-Skript erstellen. Meine Zielgruppe sind berufstätige Frauen zwischen 35 und 50, die seit Monaten funktionieren, aber innerlich leer sind. Das Problem: Viele denken, sie sind einfach müde – aber es ist mehr als das. Das ist normal, weil wir Erschöpfung immer als temporär einordnen. Meine Einordnung: Wenn Urlaub nicht mehr hilft, ist das ein Warnsignal. Der nächste Schritt für die Leserin: Eine einfache Selbstcheck-Frage, die sie sich stellen kann. CTA: ‚Kommentiere ENERGIE, wenn du das gerade kennst' – das ist mein Manychat-Keyword. Benutze nicht die Wörter ‚transformieren' oder ‚Journey'. Der Ton soll nahbar und direkt sein, nicht therapeutisch distanziert."
Siehst du den Unterschied? Der zweite Prompt gibt der KI eine echte Arbeitsbasis. Und der Output wird es dir danken.
Hier für dich zum kopieren und ausfüllen:
Ich möchte ein Reel-Skript/Karussell/Linkedin-Beitrag erstellen.
Meine Zielgruppe sind:
Das Problem:
Meine Einordnung:
Der nächste Schritt für die Leserin:
CTA:
Letzte Anweisungen:
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Was nach dem Prompt kommt
Du hast jetzt dein Content-Piece. Was jetzt?
Du bist die Redakteurin. Nicht die Person, die alles von null schreibt – aber die, die den Output durchliest, anpasst was nicht passt, die eigene Anekdote ergänzt, die KI-Formulierung glättet die sich noch zu starr anfühlt.
Das dauert – wenn der Prompt gut war – nur ein paar Sekunden. Nicht mehr.
Und dann recycelst du. Aus demselben Briefing kannst du die KI bitten, daraus ein Karussell zu machen, einen LinkedIn-Post, eine Newsletter-E-Mail. Das Briefing ist schon da, das Thema ist schon durchdacht. Die KI braucht nur noch die Formatanweisung.
So sieht ein effizienter KI-Workflow in der Praxis aus.
Und wenn du das alles nicht einzeln machen willst
Ich sag es, weil es dazu gehört: Was ich gerade beschrieben habe, ist gut. Es funktioniert. Aber es sind manuell trotzdem noch ein paar Schritte.
Genau das war mein Ausgangspunkt, als ich CoBo entwickelt habe. Den ganzen Workflow – Unterlagen einrichten, Prompt schreiben, Output für mehrere Plattformen anpassen, in den Redaktionsplan einsortieren – einmal so zu automatisieren, dass du nur noch die Idee reinbringst.
Bei CoBo lädst du deine Businessdaten einmal hoch, der Bot kennt dich, deine Zielgruppe, dein Angebot. Dann gibst du ihm deine Idee – als Text oder als Sprachnachricht – und er gibt dir gleichzeitig das Reel-Skript, das Karussell, den LinkedIn-Post und die Newsletter-Mail zurück. Direkt einsortiert in deinem Redaktionsplan.
Kein manuelles Kopieren. Kein fünfmal denselben Prompt anpassen. Kein „warte, ich muss das jetzt noch für LinkedIn umformulieren".

Und wenn du genau an dem Punkt starten willst, der den größten Unterschied macht – nämlich zu wissen, was deine Zielgruppe wirklich bewegt – dann hol dir meine kostenlose Messaging Matrix. Die gibt dir genau die Struktur, mit der du der KI beibringst, für wen sie eigentlich schreibt.
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