Wie erstelle ich aus einem Blogartikel 15 Social Media Posts?
Okay, ich brauche kurz deine volle Aufmerksamkeit, weil das hier einer der wichtigsten Punkte im ganzen Multichannel-Spiel ist. Und ich sag ihn dir direkt, ohne großes Rumgerede:
Du darfst dich wiederholen. Du sollst dich sogar wiederholen. Und du musst aufhören, dich dafür zu schämen.
Ich weiß, ich weiß. Fühlt sich falsch an.
Du denkst: „Aber das hab ich doch schon mal gepostet."
Ja. Und? Deine neuen Followerinnen haben es nicht gesehen.
Die Kundin, die sich gerade erst durch dein Profil klickt, weiß noch gar nicht, wofür du stehst. Und die Menschen, die damals schon dabei waren? Die erinnern sich an die wenigsten Posts. Der Algorithmus hat eh nur einem Bruchteil deiner Community gezeigt, was du gepostet hast.
Kurz gesagt: Wiederholung ist kein Zeichen von Ideenmangel. Wiederholung ist das, was eine wiedererkennbare Personal Brand erst möglich macht.
Aber bevor wir darüber reden, wie du dich wiederholst, ohne dich dabei zu wiederholen – schauen wir uns erstmal an, was das konkret bedeutet.
🔍 Inhaltsverzeichnis
- Das Problem: 500 neue Ideen pro Jahr? Nein, danke.
- Und so funktioniert's: Ein Thema, unendlich viele Perspektiven
- Aus einem einzigen Blogartikel dazu kannst du diese 15 Posts machen
- Was du gerade gesehen hast
- Und jetzt kommt der Teil, den die meisten übersehen
- Wiederholen ist Pflicht, nicht Schwäche
- Das Fazit, das ich gerne früher gehört hätte
Das Problem: 500 neue Ideen pro Jahr? Nein, danke.
Mal kurz durchrechnen. Du willst fünfmal die Woche posten. Das sind 20 Posts im Monat, 240 im Jahr. Und wenn du noch einen zweiten Kanal bespielst – sagen wir LinkedIn zusätzlich zu Instagram – bist du schon bei 480 Posts. Für die alle bräuchtest du also fast 500 komplett neue, frische und originelle Ideen.
Ich bin Realistin. Das geht nicht. Nicht für Menschen, die nebenbei noch ein echtes Leben führen, Kundenprojekte haben und schlafen müssen.
Und rate mal, was das bedeutet? Dass Contentrecycling nicht die Lösung für Faule ist – sondern die einzige sinnvolle Lösung für alle, die Content nachhaltig betreiben wollen, ohne irgendwann mit dem Laptop im Klo zu sitzen und zu weinen, weil ihnen nichts mehr einfällt.
Die wahre Kunst des Multichannel-Marketings liegt genau hier: im cleveren Wiederverwenden von dem, was du dir einmal wirklich gut überlegt hast.
Und so funktioniert's: Ein Thema, unendlich viele Perspektiven
Der Trick ist so simpel, dass er sich fast zu einfach anfühlt: Du erfindest ein Thema nicht neu. Du betrachtest es aus verschiedenen Blickwinkeln.
Dein Blogartikel (oder dein Wochenthema) ist der Kern. Die Substanz. Das Fundament. Alles, was du weißt, alles, was du dazu sagen willst – das steckst du da rein. Und jetzt zerlegst du ihn. Nicht zerhacken. Zerlegen. Wie eine Uhr, bei der du plötzlich siehst, wie viele kleine Teile darin stecken, die jeder für sich funktionieren.
Lass mich das an einem Beispiel zeigen – und sorry, ich sag es vorab: Ich bin keine Läuferin. Ich habe null Ahnung von Marathontraining. Aber ich kenne Content-Struktur. Und deswegen nehmen wir genau dieses Thema: „Wie trainiere ich für meinen ersten Marathon?"
Aus einem einzigen Blogartikel dazu kannst du diese 15 Posts machen:
Post 1: Das Problem ansprechen
„Du willst deinen ersten Marathon laufen, aber weißt nicht mal, wo du anfangen sollst? Willkommen im Club."
Das ist der Einstiegs-Post. Der, der die Menschen abholt, die gerade erst anfangen, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Kein Fachwissen, kein Trainingsplan – einfach: Ich sehe dich, ich kenne das Gefühl, du bist nicht allein.
Dieser Post funktioniert besonders gut als Einstieg in eine Serie oder als allererster Touchpoint mit einer neuen Zielgruppe. Er baut keine Expertise auf – aber er baut Verbindung.
Post 2: Die Lösung zeigen
„Keine Zeit, null Kondition, Angst vor 42 Kilometern? So löst du die 3 größten Marathon-Blockaden."
Jetzt gehst du einen Schritt weiter. Du hast das Problem benannt – jetzt bietest du Antworten. Das ist der klassische „How-to"-Content, der gleichzeitig Vertrauen aufbaut, weil du zeigst: Ich weiß, wie man das löst.
Dieser Post kann ein Karussell sein, ein kurzer Reel mit drei Tipps, oder ein ausführlicherer Text-Post auf LinkedIn.
Post 3: Vorher/Nachher
„Vor 6 Monaten konnte ich keine 5 km laufen. Heute trainiere ich für 42,195 km. Das hat den Unterschied gemacht."
Transformation sells. Nicht weil Menschen oberflächlich sind, sondern weil sie wissen wollen: Funktioniert das wirklich? Für jemanden wie mich? Der Vorher/Nachher-Post zeigt genau das – echte Entwicklung und greifbare Veränderung.
Und das Schöne daran: Du musst gar nicht perfekt dastehen. Gerade die ehrlichen, unglamourösen Transformationen sind es, die Menschen wirklich mitnehmen.
Post 4: Mythen aufbrechen
„Du musst kein Naturtalent sein, um einen Marathon zu schaffen. Und nein, du musst auch nicht jeden Tag laufen."
Glaubenssätze sind mächtig. Und falsche Glaubenssätze halten Menschen davon ab, überhaupt anzufangen. Wenn du die aufbrichst, machst du dich sofort zur Stimme, der man vertraut – weil du sagst, was andere nicht sagen.
Dieser Post-Typ lädt zum Kommentieren ein. Menschen haben Meinungen zu Mythen. Die teilen sie gerne.
Post 5: Equipment und Tools
„Bevor du auch nur einen Trainingsplan öffnest, brauchst du genau diese 3 Dinge. Nicht mehr."
Praktisch, konkret, hilfreich. Welche Ausrüstung, welche Apps, welche Ressourcen braucht man wirklich? Das ist der Post, der geteilt wird – weil er greifbaren Mehrwert liefert, den man bookmarken und später nochmal nachschlagen kann.
Post 6: Das Zukunftsbild zeichnen
„Stell dir vor, du läufst ins Ziel ein, hörst deinen Namen, bekommst die Medaille. Genau dafür trainierst du."
Das ist dein emotionaler Anker. Der Post, der nicht informiert – sondern inspiriert. Der die Menschen daran erinnert, warum sie das überhaupt machen wollen.
Gerade wenn der Content sonst sehr sachlich und praktisch ist, braucht es diesen Moment. Den Moment, in dem du nicht den Kopf, sondern das Bauchgefühl ansprichst.
Post 7: Deine persönliche Geschichte
„Ich habe mich für meinen ersten Marathon angemeldet, bevor ich wusste, wie hart das wirklich wird. Und das war die beste Entscheidung."
Personal Content ist auf fast jeder Plattform das, was die meiste Verbindung schafft.
Deine Geschichte. → Dein Weg. → Deine Fehler. → Deine Aha-Momente. → Dein Warum.
Das hier ist kein Eigenlob – das ist Brückenbauen. Weil Menschen nicht einem Konzept folgen, sondern einer Person.
Post 8: Die häufigsten Fehler
„Die meisten scheitern nicht an der Distanz, sondern an diesen 5 vermeidbaren Fehlern."
Fehler-Posts performen stark, weil sie zwei Dinge gleichzeitig tun: Sie warnen (also bieten Mehrwert) und sie normalisieren (also nehmen den Druck raus). „Oh, das mache ich auch" ist eine der häufigsten Reaktionen auf diesen Post-Typ und genau das bringt Kommentare.
Post 9: Der erste Schritt
„Wenn ich heute mit Marathontraining anfangen würde, würde ich mit genau diesen 3 Schritten starten."
Einsteiger*innen sind oft gelähmt von zu viel Information. Sie wissen nicht, wo sie anfangen sollen. Dieser Post räumt das auf. Er ist konkret, er ist handlungsorientiert, und er macht dich zur verlässlichen Orientierung für alle, die gerade am Anfang stehen.
Post 10: Der Authority-Post
„Über 200 Trainingspläne später weiß ich: Für deinen ersten Marathon brauchst du keinen komplizierten Plan, sondern Struktur."
Hier darf Expertise zeigen. Zahlen, Erfahrung, Einordnung – das baut Glaubwürdigkeit auf. Dieser Post sagt nicht nur „ich weiß das" – er zeigt, warum du das weißt. Und das ist der Unterschied zwischen Behauptung und Autorität.
Post 11, 12, 13: Einzelne Tipps
Aus deinem Blogartikel hast du mit Sicherheit mehrere Tipps drin. Jeder einzelne kann sein eigener Post werden.
„Der wichtigste Marathon-Tipp, den dir kaum jemand sagt: Lauf langsamer, als dein Ego es will."
„Wenn du Verletzungen vermeiden willst, plane diesen einen Tag fest ein. Egal wie motiviert du bist."
„Dein langer Lauf entscheidet nicht nur über deine Ausdauer – sondern über dein Selbstvertrauen."
Siehst du, was da passiert? Drei Posts, ein Thema, drei komplett verschiedene Winkel. Und das aus einem einzigen Absatz deines ursprünglichen Artikels.
Je nachdem, wie viele Tipps du in deinem Blogartikel hast, kannst du hier locker 3 bis 10 Posts rausziehen. Jeder Tipp ist eine eigene Geschichte, eine eigene Aussage, mit eigenem Mehrwert.
Post 14: Die Checkliste
„Bist du wirklich bereit für deinen ersten Marathon? Hier ist die ehrlichste Checkliste überhaupt."
Checklisten sind Bookmark-Magnete. Menschen speichern sie, teilen sie, schicken sie weiter. Und du bist diejenige, die sie erstellt hat – also bist du auch diejenige, zu der sie zurückkommen, wenn sie mehr wollen.
Post 15: Die Case Study
„So hat Anna es von 0 auf Marathon geschafft – trotz Vollzeitjob und zwei Kindern."
Echte Geschichten. Echte Menschen. Echte Ergebnisse. Das ist der Post, der am stärksten Vertrauen aufbaut, weil er nicht von dir, sondern über jemanden spricht, der so ist wie deine Zielgruppe. Und der es trotzdem geschafft hat.
Du hast keine Kund*innen-Story zur Hand? Dann erzähl eine anonymisierte, zusammengesetzte Geschichte aus deiner Erfahrung. Oder frag deine Community, ob jemand bereit ist, ihre Geschichte zu teilen.
Hier kannst du die gesamte Liste nochmal als PDF herunterladen:
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Was du gerade gesehen hast
Lass mich das kurz zusammenfassen, bevor du weiterliest.
Du hast gerade gesehen, wie aus einem einzigen Blogartikel – einem, der vielleicht 2.000 bis 3.000 Wörter lang ist – 15 vollwertige Social Media Posts entstehen. Nicht als Kurzversionen desselben Textes. Sondern als eigenständige Content-Stücke, jedes mit einem anderen Winkel, einer anderen Emotion, einem anderen Ziel.
Probleme. Lösungen. Transformation. Mythen. Tools. Inspiration. Persönliche Geschichte. Fehler. Erste Schritte. Expertise. Tipps. Mehr Tipps. Noch mehr Tipps. Checklisten. Case Studies.
Das sind keine Kategorien, die ich mir ausgedacht habe. Das sind Perspektiven, die in fast jedem Thema stecken. Und wenn du dein nächstes Thema aufschreibst, geh diese Liste durch und du wirst überrascht sein, wie viel da plötzlich drin steckt.
Und jetzt kommt der Teil, den die meisten übersehen
Content zu entwickeln ist eine Sache. Content zu planen ist eine andere.
Was nützen dir 15 tolle Post-Ideen, wenn sie auf einem Zettel landen, in deiner Notizen-App versauern oder irgendwo in einem Google Doc begraben sind, das du nie wieder öffnest?
Ich sag das aus Erfahrung: Ideen, die nicht geplant werden, werden nicht umgesetzt!
Deswegen ist der nächste Schritt nach dem Zerlegen immer das Einplanen. Welcher Post geht wann raus? Auf welchem Kanal? In welchem Format? Und wann holst du ihn nach 2–3 Monaten nochmal raus und gibst ihm einen neuen Anstrich?
Das klingt nach Aufwand. Ist es aber nicht, wenn du ein System hast.
Wiederholen ist Pflicht, nicht Schwäche
Ich komm nochmal kurz auf den Punkt zurück, mit dem wir gestartet sind, weil er wirklich wichtig ist.
Neue Kundinnen kommen ständig. Menschen, die heute auf dein Profil stoßen, haben dein Posting von vor sechs Monaten nicht gesehen. Sie stellen dieselben Fragen wie deine Kundinnen von damals. Sie kämpfen mit denselben Blockaden. Sie brauchen dieselben Antworten.
Du bist ihnen gegenüber geradezu verpflichtet, dich zu wiederholen. 😄
Und das Schöne daran: Weil du das Thema jetzt aus 15 verschiedenen Winkeln betrachtest, fühlt es sich für niemanden wie eine Kopie an. Jeder Post hat einen eigenen Einstieg, eine eigene Aussage, einen eigenen Ton. Das Thema ist dasselbe, aber die Geschichte ist jedes Mal eine andere.
Das ist keine Wiederholung. Das ist Tiefe.
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Das Fazit, das ich gerne früher gehört hätte
Du brauchst keine 500 neuen Ideen im Jahr. Du brauchst vielleicht 30 bis 40 richtig gute Themen und ein System, das dir hilft, jeden davon vollständig auszuschöpfen.
Wenn du einmal verstanden hast, wie du ein Thema aus verschiedenen Perspektiven betrachtest, hörst du auf, vor dem leeren Bildschirm zu sitzen und auf Inspiration zu warten. Du fängst an zu sehen, was immer schon da war.
In deinen alten Artikeln und in deinen vergangenen Posts. In den Fragen deiner Kundinnen und in den Gesprächen, die du täglich führst.
Das alles ist Content. Du musst ihn nur noch in die richtige Form bringen und irgendwo festhalten, wo er nicht verloren geht.
Genau dafür gibt es CoBo Lite – mein kostenloses Notion-Template, das dir hilft, deine Content-Ideen zu sammeln, zu strukturieren und in einen echten Redaktionsplan zu verwandeln. Kein Zettelchaos, keine versunkenen Ideen, keine Ausreden mehr.

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